Managen eines Phasenübergangs
(am Ende jeder Phase)
Managen eines Phasenübergangs
(am Ende jeder Phase)
Ein Phasenübergang ist kein bürokratischer Zwischenstopp. Er ist der Moment, in dem wir die ehrlichste Frage stellen: Sollen wir weitermachen?
In PRINCE2® passiert dies am Ende jeder Phase. Der Projektmanager berichtet an den Lenkungsausschuss: Hier sind wir. Das haben wir erreicht. Das ist der Plan für die nächste Phase. Und das ist meine Einschätzung, ob der Business Case noch hält.
Der häufigste Fehler: Der Phasenübergang wird als selbstverständlich behandelt. Man reicht einen Bericht ein, der Lenkungsausschuss nickt, und weiter geht's. Was fehlt, ist die echte Reflexion.
Ich nenne das die „Sunk-Cost-Falle der Projektmitte": Wir haben so viel investiert, dass keiner mehr Nein sagen will – obwohl die Zahlen es verlangen.
Am Ende jeder Phase erstelle ich gemeinsam mit dem Team eine einfache Bilanz:
Dimension Geplant Tatsächlich Abweichung Prognose bis Ende
Zeit 8 Wochen 9 Wochen +1 Woche +2 Wochen
Budget 40.000 € 43.500 € +8,75 % +12 %
Umfang 5 Features 4 Features -1 -1
Risiken 3 bekannt 5 bekannt +2 unklar
Wenn mehr als zwei Dimensionen rot sind, ist der Phasenübergang kein „Weiter" – sondern ein „Innehalten und neu planen."
Freigabe: Alles im Rahmen, nächste Phase beginnt.
Freigabe mit Auflagen: Die Phase startet, aber mit angepassten Toleranzen oder geänderten Prioritäten.
Exception: Eine unerwartete Situation erfordert einen Ausnahmeplan – oder die Entscheidung, das Projekt zu stoppen.
Option 3 ist keine Niederlage. Ein Projekt rechtzeitig zu stoppen, ist manchmal die klügste Investitionsentscheidung, die ein Unternehmen treffen kann.