Steuern einer Phase
(während jeder Phase)
Steuern einer Phase
(während jeder Phase)
Wenn das Lenken die Arbeit des Lenkungsausschusses ist, dann ist das Steuern die tägliche Arbeit des Projektmanagers. Hier entscheidet sich, ob ein Projekt lebt oder stirbt – nicht in großen Meetings, sondern in hunderten kleiner Entscheidungen.
Steuern bedeutet: Den Fortschritt überwachen, Probleme früh erkennen, Risiken managen, das Team koordinieren – und dabei die Toleranzgrenzen im Blick behalten.
Signal 1: Stille Wenn ein Team-Mitglied plötzlich aufhört, Statusmeldungen zu schicken, ist das kein gutes Zeichen. Stille in Projekten bedeutet fast immer: Ein Problem wird versteckt.
Signal 2: Ewige Fortschrittsberichte von „90 %" Jeder kennt das: Eine Aufgabe ist „zu 90 % fertig" – und bleibt es für drei Wochen. 90 % fertig bedeutet in der Praxis oft: Die schwierigsten 10 % stehen noch aus.
Signal 3: Scope Creep im Tarnanzug „Das ist doch nur eine kleine Ergänzung" – dieser Satz hat mehr Projekte zerstört als jedes Risiko im Register. Jede Erweiterung des Umfangs, die nicht formal genehmigt wird, ist eine versteckte Schuld.
Anstatt langer Statusberichte führe ich in jeder Phase kurze Puls-Meetings ein – 15 Minuten, täglich oder wöchentlich, mit drei Fragen:
Was haben wir seit dem letzten Meeting abgeschlossen?
Was steht bis zum nächsten Meeting an?
Gibt es ein Hindernis – und wer kann es lösen?
Kein Protokoll. Keine Präsentation. Nur drei Antworten. Die Probleme kommen schnell ans Licht.
Wenn die Messungen zeigen, dass eine Toleranz droht, überschritten zu werden, handelt der Projektmanager sofort – nicht erst beim nächsten Meeting. Entweder durch eigene Korrekturmaßnahmen (wenn innerhalb der Befugnisse) oder durch eine Eskalation an den Lenkungsausschuss.
Wer zu spät eskaliert, verliert das Vertrauen. Wer zu früh eskaliert, verliert die Autorität. Die Kunst liegt darin, die Toleranzgrenzen präzise zu kennen – und sie ernst zu nehmen.