Vorbereiten eines Projekts
(vor dem Projekt)
Vorbereiten eines Projekts
(vor dem Projekt)
Stellen Sie sich vor, Sie möchten von München nach Budapest reisen. Bevor Sie einsteigen, prüfen Sie: Haben Sie Ihr Ticket? Kennen Sie die Abfahrtszeit? Wissen Sie überhaupt, warum Sie fahren? Ist Budapest wirklich das Ziel – oder wollen Sie eigentlich nach Wien?
Genauso funktioniert das Vorbereiten eines Projekts. Es ist der Moment, in dem wir ehrlich fragen: Lohnt sich diese Reise überhaupt?
In der Theorie klingt das trocken: Projektbeschreibung, Business-Case-Entwurf, Rollendefinition. In der Praxis ist es die wichtigste Stunde, die Sie in Ihrem Projekt verbringen werden – denn alles, was hier schiefläuft, multipliziert sich später.
Bevor ein Projekt offiziell startet, beantworte ich gemeinsam mit dem Auftraggeber genau drei Fragen:
Warum jetzt? Ist der Zeitpunkt mathematisch sinnvoll? Ein Projekt, das heute 100.000 € kostet und in 6 Monaten 60.000 € kosten würde, hat einen schlechten Start-Zeitpunkt – es sei denn, die 6 Monate Verzögerung kosten mehr als 40.000 € Verlust.
Wer trägt die Verantwortung? Ein Projekt ohne klar benannten Auftraggeber und Projektmanager ist wie eine Gleichung mit zwei Unbekannten und nur einer Lösung: unlösbar. Beide Rollen müssen vor dem ersten Schritt feststehen.
Haben wir genug Information für eine fundierte Entscheidung? Nicht perfekte Information – das ist eine Illusion. Aber genug, um zu entscheiden: starten, pausieren oder stoppen.
Erinnern Sie sich an unser „Café Logik"? Bevor auch nur ein Tisch bestellt wurde, war die Vorbereitungsphase entscheidend:
Frage Antwort
Wirtschaftlich sinnvoll? Ja – ROI 33 % p.a. nach Anlaufphase
Auftraggeber klar benannt? Ja – Gründerin übernimmt auch die Sponsor-Rolle
Ausreichend Information? Ja – Marktanalyse Isartor, Wettbewerb geprüft
Erst nach dieser Tabelle gab es ein „grünes Licht" für die Initiierung.
Die Projektbeschreibung – ein lebendiges Dokument, das folgende Variablen enthält:
Projektziel (was genau soll entstehen?)
Business-Case-Entwurf (warum lohnt es sich?)
Projektlösungsansatz (wie wollen wir vorgehen?)
Erste Teamstruktur (wer macht was?)
Wenn dieses Dokument schwach ist, wird das gesamte Projekt schwach. Es ist das Fundament – und wie wir Ungarn sagen: Auf einem schiefen Fundament baut man kein gerades Haus.