Risiken
Die Kunst, das Unerwartete zu erwarten
Risiken
Die Kunst, das Unerwartete zu erwarten
Risiken sind keine Bedrohung. Sie sind Variablen, die wir noch nicht kennen. Und was wir nicht kennen, können wir berechnen — zumindest annähernd.
In unserem Café Logik am Isartor haben wir bereits drei Hauptrisiken identifiziert: Personalmangel, Mietsteigerungen und Konzept-Akzeptanz. Aber was machen wir damit?
Die Risiko-Gleichung
Jedes Risiko hat zwei Dimensionen:
Wahrscheinlichkeit × Auswirkung = Risikowert
Ein Risiko mit hoher Wahrscheinlichkeit aber geringer Auswirkung schläft ruhig. Ein Risiko mit geringer Wahrscheinlichkeit aber katastrophaler Auswirkung hält uns nachts wach.
Vier Strategien im Umgang mit Risiken
Vermeiden: Wir ändern den Plan, damit das Risiko gar nicht eintreten kann. Beispiel: Wir wählen einen anderen Standort, wenn die Isartor-Miete zu riskant ist.
Reduzieren: Wir verkleinern die Wahrscheinlichkeit oder die Auswirkung. Beispiel: Wir schließen einen langfristigen Mietvertrag ab.
Übertragen: Wir geben das Risiko an jemand anderen weiter. Beispiel: Versicherung für Geräteschäden.
Akzeptieren: Manchmal ist das Risiko so klein, dass der Aufwand der Gegenmaßnahme größer wäre als der Schaden selbst. Beispiel: Das Risiko, dass ein Gast seinen Kaffee verschüttet — wir kaufen einfach gute Servietten.
Das Wichtigste
Risiken, über die niemand spricht, sind die gefährlichsten. In einem gesunden Projekt gibt es eine Kultur, in der jeder Risiken melden darf — ohne Angst vor Konsequenzen. Ich nenne das die „Servietten-Regel": Lieber einen kleinen Fleck zugeben als schweigen, bis der ganze Tisch nass ist.